S. 26–42
Kurzlink : https://www.waxmann.com/artikelART105866
Abstract
Anknüpfend an Studien zu den Perspektiven von Schüler*innen auf Prozesse und Praxen der Transnationalisierung (vgl. Krüger et al., 2019; Köhler, 2012; Fürstenau & Niedrig, 2007) wird in diesem Beitrag anhand von Erzählungen eines 16-Jährigen die Relevanz des Lebens und Aufwachsens an mehreren Orten rekonstruiert. Im Zentrum stehen die Erfahrungen mit verschiedenen schulischen Settings für eine soziale sowie schulbezogene In- und Exklusion und die empirische Frage danach, welche Aspekte und Phänomene der transnationalen Mobilität retrospektiv, gegenwärtig und prospektiv in der biographischen Erzählung als bedeutsam konstruiert werden und wie sich in der Art und Weise der kommunikativen Sinnhervorbringung grundlegende habituelle Orientierungen dokumentieren. Mithilfe der dokumentarischen Methode aus Perspektive einer praxeologischen Wissenssoziologie (vgl. Bohnsack, 2021) wird ausgehend vom empirischen Fall aufgezeigt, wie (fehlende) soziale Offenheit thematisiert und dabei nicht allein mit Erfahrungen der Transnationalisierung verbunden wird, sondern auch mit Dis/Ability (vgl. Köhler, 2021). Für eine schulbezogene Transnationalisierungsforschung kann somit weiterführend gefragt werden, wie Resultate der Interdependenzen von Sozialisationskontexten zukünftig stärker aufzugreifen wären, um Phänomene im Zusammenhang mit Transnationalisierung nicht nur anhand des sozioökonomischen Hintergrundes hinsichtlich von Privilegierung zu diskutieren.
Schlagworte
Transnationalisierung, Jugend, Schule, Biographie, Diversität
APA-Zitation
Köhler, S. & Mengilli Y. (2024). „[hat] übrigens nichts mit meiner Schule zu tun, dass ich an Diversität und Ähnliches schon aus Afrika gewohnt war“ – Zur Relevanz transnationaler Mobilität für das Erleben von Schule. Tertium Comparationis, 30(1), 26-42. https://www.waxmann.com/artikelART105866